Honigprojekt

Ressourcen nutzen, Einkommen schaffen: Der Kilimanjaro-Honig

Ein Bericht von Oliver Zantow

Unser „Honig-Projekt“ in Zusammenarbeit mit dem Kellinghusener Imker Eckhard Ranft ist sehr erfolgreich gestartet und soll ausgebaut werden. Der Vorschlag kam seinerzeit von unseren tansanischen Freunden und es hat sich in der Umsetzung gezeigt, dass dieses Projekt auf großes Interesse vor Ort gestoßen ist und dass es zu einer grundlegenden Veränderung in der Herstellung von Honig führen kann. Finanziert wurde dieses Vorhaben durch Bingo! Lotto.

Noch einmal kurz zum Hintergrund: Der Kellinghusener Imker Eckhard Ranft ist vom 26.9. bis zum 4.10.2014 in Mrimbo/Tansania gewesen und hat einen Workshop mit dortigen Imkern durchgeführt.

Genutzt hat er dafür das Gebäude der KIUMAKO Secondary School, die wir gerne dauerhaft für Imkerei-Schulungen nutzen möchten. Dies setzt kaum weitere Investitionen voraus und führt zu einer besseren Auslastung des Gebäudes sowie zu einer sehr großen Akzeptanz der Schule in der dörflichen Bevölkerung.

Wir haben, wie beantragt, die für diesen Workshop nötigen Materialien hier in Deutschland beschafft – in Tansania sind diese nicht erhältlich. Bei diesen Materialien handelt es sich in erster Linie um eine Honig-Schleuder sowie um eine Holzbeute als Muster für den Nachbau vor Ort. Das heißt auch, dass in die weitere Ausgestaltung des Projektes Tischler der Region eingebunden werden sollen, zum Beispiel über die Ausbildungseinrichtung KIUMO.

Die beschafften Materialien konnten wir glücklicherweise wie geplant ohne Mehrkosten zu verursachen in einem Container nach Tansania mitschicken. Bei der Organisation der Containerlieferung war uns die Feuerwehr Hamburg behilflich, die eine Partnerschaft mit der in Dar es Salaam unterhält.

Die organisatorische Vorbereitung des Seminars lief über unsere Mitarbeiter in Tansania sowie unterstützend über unsere Weltwärts-Freiwilligen. Die konkrete Durchführung hat ein tansanischer Imker, Thomas Shao, begleitet, zu dem wir vorher noch keinen Kontakt hatten.

Eckhard Ranft hat sich vor Ort zunächst einen Eindruck von der Situation am Kilimanjaro gemacht. Dabei hat er festgestellt, dass vor Ort zwei Arten von Bienen zur Honiggewinnung in Frage kommen. Eine kleine, die nicht sticht – aber auch keinen nennenswerten Ertrag bringt. Diese Biene wird jedoch, da sie harmlos ist, gerne in Naturbeuten auf dem eigenen Grundstück gehalten. Zur Honiggewinnung wird die Beute geöffnet, die Waben werden herausgeschnitten und gepresst. So entsteht ein süßer Saft, der allerdings wenig mit dem Honig zu tun hat, wie wir ihn kennen. Zudem wird das Volk zerstört.

Ähnlich wird mit der gefährlichen und stechfreudigen größeren Biene gearbeitet. Hier halten einige Imker Völker in Naturbeuten auf ihren Feldern. Die Bienen werden vor der Ernte ausgeräuchert und im Zuge der Honigernte ebenfalls zerstört.

All diese Prozesse hat Eckhard Ranft vor Ort begleitet. Er hat in Gesprächen (ein Dolmetscher war jedes Mal dabei) feststellen müssen, dass die Menschen in Tansania nahezu nichts über Bienen wissen. Es war nicht bekannt, dass es Königinnen, Arbeiterinnen etc. gibt. Eckhard Ranft hat dann Schulungen durchgeführt, die aber keinen belehrenden Charakter hatten, denn es war für ihn nicht minder spannend von den ortsansässigen Imkern zu lernen.

Das erfolgreiche Finale der Aktivitäten bestand dann darin, dass er beim Ernten (also beim Ausräuchern) eines Volkes dabei war und es ihm gelungen ist, einen Teil des Volkes zu retten und dieses in der mitgebrachten Holzbeute anzusiedeln. Nun steht das erste Bienenvolk auf dem Gelände der KIUMAKO und die Ernte kann durch das Herausnehmen der Rähmchen und das Schleudern des Honigs erfolgen.

Des Weiteren kann dieses Volk geteilt werden, sodass der Bestand anwachsen kann. Die Technik des Imkerns ist einfach zu erlernen, es fehlte den tansanischen Imkern lediglich an dem dafür nötigen Material.

Die Imker vor Ort kennen jetzt die grundlegenden Techniken und dürfen die Schleuder kostenfrei benutzen. Das Projekt ist also erfolgreich gestartet.

Eckhard Ranft beabsichtigt nun nachzulegen und eine Schul-Imkerei an der KIUMAKO einzurichten. Er wäre auch wieder bereit, sich honorarfrei zu engagieren. So könnte zügig und nachhaltig die Herstellung von Honig in der Region am Kilimandscharo professionalisiert werden und den Farmern würde sich eine interessante Einkommensquelle erschließen. Denn die Hotels der Umgebung haben ebenso Interesse daran wie die Touristen.

Und die zwar stechende, aber mit entsprechender Ausrüstung beherrschbare große Honigbiene kann zu nennenswerten Erträgen führen.

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